Wetter neu gedacht. Für unsere Region
Kostenlos, intelligent, nicht kommerziell und aus der Region für die Region.
Braucht es wirklich noch eine Wetterplattform? Wir glauben schon. Zumindest dann, wenn sie mehr kann, als Temperaturen und Regenwahrscheinlichkeiten anzuzeigen.
Mit Wetter Wittelsbacher Land startet ein neues Projekt aus der Maker-Community der KreativWerkstatt Ried e. V. Wir verbinden moderne Wettermodelle, aktuelle Messwerte und historische Wetterdaten zu einer Plattform, die speziell auf unsere Region ausgerichtet ist.
Dabei geht es uns um mehr als die übersichtliche Darstellung von Wetterdaten. Wir wollen verstehen, welche Zusammenhänge unsere regionale Wetterentwicklung beeinflussen, welche Vorhersagemodelle besonders zuverlässig sind und wie wir Prognosen mithilfe von Machine Learning kontinuierlich verbessern können.
Die ersten eigenen lernenden Modelle sind bereits im Einsatz: Sie analysieren historische Wetter- und Pegeldaten und berechnen daraus Prognosen für die Wasserstände an Paar und Ecknach.
Unsere Vision ist eine Wetterplattform, die nicht nur Daten sammelt und darstellt, sondern aus ihnen lernt – und langfristig immer präzisere, lokal angepasste Vorhersagen für das Wittelsbacher Land ermöglicht.
Die erste Beta-Version ist bereits online und kann kostenlos ausprobiert werden:
Wetter Wittelsbacher Land – Das Wetter verstehen. Die Region im Blick.

Die Startseite: aktuelle Lage in Ried, daneben die nächsten Tage. Ein Fingertipp auf einen Tag zeigt die Stunden.
Wann kommt der nächste Regen?
Auf Basis aktueller Radardaten des Deutschen Wetterdienstes zeigt die Plattform, ob gerade Niederschlag fällt, Regen aufzieht und wie sich die Situation in den nächsten zwei Stunden voraussichtlich entwickelt.
Statt einer vermeintlich exakten Regenminute gibt es eine verständliche Einschätzung mit Zeitfenster und Angabe zur Sicherheit der Prognose. Wo die Daten keine zuverlässige Aussage zulassen, machen wir das deutlich.
Denn Wettervorhersagen sind nie vollkommen sicher. Gerade lokale Schauer können sich schnell entwickeln.

Eine klare Antwort, ein Zeitfenster, eine Sicherheitsangabe. Spontane Schauer, die der Radar nicht sieht, werden ausdrücklich erwähnt.
Das Wetter auf einen Blick – und bei Bedarf im Detail
Die Startseite zeigt die aktuelle Wetterlage und die Entwicklung der nächsten Tage. Wer mehr wissen möchte, kann einzelne Tage öffnen und sich die stündliche Vorhersage ansehen.
Ein besonderer Bestandteil ist unser 14-Tage-Ausblick. Temperaturspannen werden auf einer gemeinsamen Skala dargestellt, ergänzt um Niederschlag und UV-Index. So lässt sich schnell erkennen, wann es wärmer, kälter, trockener oder unbeständiger wird.
Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen einer kurzfristigen Vorhersage und einer langfristigen Tendenz. Ab dem achten Tag nimmt die Unsicherheit deutlich zu. Das zeigen wir direkt an, anstatt eine Genauigkeit vorzutäuschen, die Wettermodelle in diesem Zeitraum nicht liefern können.
Auf der interaktiven Wetterkarte lassen sich außerdem Regenradar, Satellitenbilder sowie Modellkarten für Temperatur, Wind und Niederschlag erkunden. Landkreisgrenzen und die Auswahl einzelner Gemeinden erleichtern die Orientierung in unserer Region.

Temperaturbalken, UV-Index und Niederschlag je Tag. Die Unsicherheit der späteren Tage ist markiert, nicht versteckt.
Gesundheit und Umwelt: Mehr als Sonne und Regen
Das Wetter beeinflusst auch unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Deshalb berücksichtigt die Plattform neben klassischen Wetterdaten auch den UV-Index mit Hinweisen zum Sonnenschutz, die aktuelle Pollenbelastung und die Luftqualität einschließlich einzelner Schadstoffe.
Die Informationen orientieren sich an etablierten Datenquellen und Bewertungssystemen, beispielsweise dem Europäischen Luftqualitätsindex. Wo verlässliche Daten oder Bewertungen fehlen, machen wir diese Einschränkungen sichtbar.
Langfristig möchten wir die verfügbaren Informationen durch eigene Wetter- und Umweltstationen ergänzen, um die tatsächlichen Bedingungen vor Ort besser zu erfassen

UV, Pollen und Luft auf einen Blick, mit Skalen nach WHO und Europäischer Umweltagentur.
Wann ist das Wetter ideal für Feld- und Waldarbeiten?
Besonders spannend finden wir die Möglichkeiten für die Land- und Forstwirtschaft.
Wer draußen arbeitet, interessiert sich häufig weniger für die allgemeine Wetterlage als für ganz konkrete Fragen: Wann bleibt es lange genug trocken? Wann ist mit stärkeren Windböen zu rechnen? Welcher Zeitraum eignet sich für die Heuernte oder anstehende Arbeiten im Wald?
Dafür haben wir einen eigenen Landwirtschaftsbereich entwickelt.
Neben Bodenmodellen und Wasserbilanz zeigt die Plattform geeignete Wetterfenster für Aussaat, Ernte, Heuarbeiten und Waldarbeiten. Dabei werden unter anderem Niederschlagswahrscheinlichkeit, trockene Stunden, Tageslicht und Wind berücksichtigt.
Wichtig ist uns dabei eine klare Abgrenzung: Ob ein Feld tatsächlich befahrbar ist oder eine Arbeit sicher durchgeführt werden kann, lässt sich nicht allein aus Wettermodellen ableiten. Bodenbeschaffenheit, Maschinen und die Erfahrung vor Ort spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Unser Ziel ist deshalb keine automatische Entscheidung, sondern eine möglichst gute Informationsgrundlage für die Menschen, die täglich draußen arbeiten.

Wetterfenster für Feld- und Waldarbeiten mit trockenen Zeiträumen, Regenwahrscheinlichkeit und Windböen.
Vom Garten bis zum Sternenhimmel
Auch abseits der Landwirtschaft soll die Plattform im Alltag helfen.
Für Gartenfreunde gibt es einen saisonalen Gartenkalender mit anstehenden Arbeiten, Pflanz- und Aussaatterminen, Frosthinweisen und einem wetterabhängigen Rasenmäher-Kalender. Dabei berücksichtigt die Plattform die aktuelle Jahreszeit und die erwarteten Bedingungen vor Ort.
Für Sternenfreunde zeigt sie, welche Nächte sich für astronomische Beobachtungen eignen. Bewölkung, Mondstand und sichtbare Himmelsobjekte helfen bei der Planung. Ergänzt wird der Bereich durch Informationen zu Lichtverschmutzung, ISS-Überflügen und das Astronomische Bild des Tages.
So entstehen aus Wetterdaten praktische Anwendungen für ganz unterschiedliche Interessen.

Astronomische Beobachtungsbedingungen.
Unser Wetterlabor: Was können wir aus der Vergangenheit lernen?
War der Oktober früher wirklich kälter? Haben die Sommer mehr Niederschlag gebracht? Und wie ungewöhnlich ist die aktuelle Wetterlage eigentlich?
Im Wetterlabor werfen wir einen Blick zurück.
Dafür nutzen wir rund 40 Jahre historische Wetter- und Reanalysedaten. Sie ermöglichen es uns, Temperaturen, Niederschläge und andere Wettergrößen über lange Zeiträume zu vergleichen und Entwicklungen sichtbar zu machen.
Besonders spannend ist für uns die Frage, ob sich aktuelle Wetterlagen mit ähnlichen Situationen aus der Vergangenheit vergleichen lassen.
Wie hat sich das Wetter damals in den folgenden Tagen entwickelt? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Und können solche historischen Vergleiche helfen, heutige Prognosen besser einzuordnen?
Diesen Ansatz wollen wir schrittweise untersuchen und mit den Ergebnissen unserer Modellvergleiche verbinden.

Das Wetterlabor mit historischen Temperaturverläufen, Abweichungen und langfristigen Trends.
Wenn Wetterdaten lernen: Unsere ersten KI-Modelle
Wie lässt sich aus Wetterdaten mehr machen als eine gewöhnliche Vorhersage? Indem wir historische Entwicklungen analysieren, Zusammenhänge erkennen und daraus eigene Prognosemodelle entwickeln.
Einen ersten wichtigen Schritt haben wir bereits umgesetzt: Für die Pegelstände an Paar und Ecknach nutzen wir selbst trainierte Machine-Learning-Modelle, die aus mehreren Jahren Messdaten lernen.

Dabei setzen wir auf zwei unterschiedliche Verfahren: Gradient Boosting und Regression. Sie analysieren unter anderem Niederschlagsmengen, Bodenfeuchtigkeit, bisherige Pegelentwicklungen und die Wasserstände flussaufwärts, um daraus die weitere Entwicklung abzuschätzen.
Besonders interessant sind die ersten Ergebnisse: Unsere Boosting-Modelle lieferten an allen fünf untersuchten Messstellen im Test bessere durchschnittliche Prognosen als die einfache Annahme, dass der Pegel unverändert bleibt. Gleichzeitig zeigte sich, dass komplexere Verfahren nicht automatisch besser sind. Die Regression schnitt an einigen Messstellen sogar schlechter ab.
Genau das ist unser Ansatz: Wir wollen nicht einfach künstliche Intelligenz einsetzen, sondern anhand tatsächlicher Messwerte herausfinden, welche Verfahren unter welchen Bedingungen wirklich bessere Ergebnisse liefern.
Zusätzlich haben wir einen interaktiven Szenario-Rechner entwickelt. Damit lässt sich beispielhaft untersuchen, wie zusätzlicher Starkregen, unterschiedliche Bodenfeuchtigkeit oder veränderte Abflussmengen aus den Hochwasserrückhaltebecken die Wasserstände entlang der Paar beeinflussen könnten. Die vereinfachten Simulationen dienen dem besseren Verständnis und sind keine amtlichen Hochwasserprognosen.
Unsere Pegelmodelle sind noch experimentell. Ihre bisherigen Testergebnisse sind ein erster Schritt, aber kein Nachweis, dass sie auch bei seltenen Extremereignissen zuverlässig funktionieren.
Für uns ist das erst der Anfang. Was wir heute für Flusspegel entwickeln, wollen wir langfristig auch auf regionale Wetterprognosen übertragen: verschiedene Wettermodelle vergleichen, typische Abweichungen erkennen, ähnliche Wetterlagen aus der Vergangenheit untersuchen und daraus eigene, lernende Vorhersagen für unsere Region entwickeln.
https://www.wetter-wittelsbacherland.de/#pegel
Unsere Vision: Ein intelligentes Wettermodell für das Wittelsbacher Land
Wettermodelle wie ICON, ECMWF oder GFS berechnen das Wetter mit unterschiedlichen Verfahren und Auflösungen. Je nach Wetterlage können ihre Vorhersagen voneinander abweichen.
Aber welches Modell liefert für unsere Region unter welchen Bedingungen die zuverlässigsten Ergebnisse?
Genau das wollen wir herausfinden.
Seit dem 17. Oktober 2026 speichern wir regelmäßig die Vorhersagen von fünf Wettermodellen und vergleichen sie anschließend mit den tatsächlich eingetretenen Bedingungen.
Ein Beispiel: Wenn ein Wettermodell bei bestimmten Wetterlagen regelmäßig zu viel Niederschlag für unsere Region vorhersagt, soll unser System solche Abweichungen erkennen und daraus lernen. Langfristig möchten wir die Stärken verschiedener Wettermodelle intelligent kombinieren und ihre Prognosen anhand regionaler Messwerte verbessern. Ob daraus tatsächlich präzisere Vorhersagen entstehen, werden wir kontinuierlich überprüfen.
Noch stehen wir ganz am Anfang. Für aussagekräftige Ergebnisse benötigen wir Daten über viele Monate, unterschiedliche Jahreszeiten und möglichst verschiedene Wetterlagen hinweg.
Parallel dazu möchten wir ein Netz eigener Wetter- und Umweltstationen aufbauen. Zusätzliche Messwerte aus der Region könnten helfen, lokale Besonderheiten besser zu erfassen und die Modellprognosen genauer zu überprüfen.
Ein weiterer Baustein ist der Vergleich mit historischen Wetterlagen: Gab es früher ähnliche Ausgangssituationen, und welche Entwicklungen folgten darauf?
Unser langfristiges Ziel ist es, all diese Erkenntnisse miteinander zu verbinden: die Stärken unterschiedlicher Wettermodelle, die Erfahrungen aus vergleichbaren Wetterlagen der Vergangenheit und die Messwerte eigener Wetter- und Umweltstationen. Daraus wollen wir Schritt für Schritt ein intelligentes Vorhersagesystem entwickeln, das kontinuierlich dazulernt und immer zuverlässigere Prognosen für das Wittelsbacher Land ermöglicht.
Ob und wie stark sich die Vorhersagequalität dadurch tatsächlich verbessern lässt, werden wir anhand der gesammelten Daten überprüfen.
Das ist kein fertiges Produkt, sondern ein Entwicklungs- und Forschungsprojekt, bei dem wir selbst noch viel lernen werden. Und genau das macht es für unsere Maker-Community so interessant.
Kostenlos, transparent und aus unserer Region
Wetter Wittelsbacher Land ist ein gemeinnütziges Projekt der KreativWerkstatt Ried e. V.
Wir möchten eine Plattform schaffen, die nicht von Werbung oder Nutzerprofilen lebt, sondern vom Nutzen für unsere Region.
Dazu gehören für uns einige Grundsätze:
- Verständlichkeit: Wetterinformationen sollen auch ohne meteorologisches Fachwissen nutzbar sein.
- Transparenz: Datenquellen, Modelle, Aktualisierungszeitpunkte und wichtige Einschränkungen sollen nachvollziehbar bleiben.
- Ehrlichkeit: Wo Prognosen unsicher sind oder Daten fehlen, wird das sichtbar gemacht.
- Regionalität: Wir konzentrieren uns auf Themen, die für die Menschen im Wittelsbacher Land tatsächlich relevant sind.
- Offenheit: Ideen, Rückmeldungen und die Mitarbeit interessierter Menschen sind ausdrücklich willkommen.
Wir möchten nicht einfach eine weitere Wetter-App betreiben, sondern gemeinsam Erfahrungen sammeln, Daten verstehen und neue Möglichkeiten entwickeln.
Jetzt ausprobieren und mitgestalten!
Die Plattform befindet sich noch in der Beta-Phase. Es wird also noch nicht alles perfekt funktionieren, und viele Ideen stehen erst am Anfang.
Genau deshalb freuen wir uns über Menschen, die das Angebot ausprobieren und uns sagen, was gut funktioniert, was fehlt oder welche Informationen im Alltag besonders hilfreich wären.
Direkt in der Plattform können einzelne Bereiche mit Daumen hoch oder runter bewertet und Verbesserungsvorschläge eingereicht werden.
Wer sich für Wetter, Messtechnik, Programmierung, Datenanalyse oder künstliche Intelligenz interessiert und selbst mitentwickeln möchte, ist ebenfalls herzlich willkommen.
Wetter Wittelsbacher Land ist ein Projekt von Menschen aus der Region – für die Menschen in der Region.
Und wir sind gespannt, was daraus entsteht.
Jetzt die Beta-Version entdecken:
https://icy-water-0d17c1003.3.azurestaticapps.net
KreativWerkstatt Ried e. V. – Technik. Kreativität. Gemeinschaft.

Auch unterwegs: die Startseite am Smartphone mit Navigation am unteren Rand.

