Innovationsraum für das Wittelsbacher Land: 200.000 Euro für FabLab-Projekt
KreativWerkstatt Ried und Gemeinde treiben Idee eines offenen Techniklabors für die Region voran

Ried – Große Freude bei der KreativWerkstatt Ried: Für die Idee eines regionalen Innovationsraums, dem geplanten FabLab Wittelsbacher Land, erhält das Projekt eine Anschubfinanzierung in Höhe von insgesamt 200.000 Euro aus den Fraktionsinitiativen des Bayerischen Landtags.
Der Grundstein für diese Förderung wurde bereits Anfang 2025 gelegt. Damals besuchte Bayerns Digitalminister die KreativWerkstatt Ried, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Vereins zu machen. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Marina Jakob informierte er sich über die bestehenden Projekte der KreativWerkstatt sowie über die Vision eines größeren Innovationsraums für die Region.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die Idee eines offenen FabLabs für das Wittelsbacher Land großes Potenzial hat. Ein solcher Ort soll Kindern, Jugendlichen, Schulen, Vereinen und Unternehmen Zugang zu moderner Technik, digitalen Werkzeugen und kreativen Lernformaten ermöglichen – von Robotik über 3D-Druck bis hin zu Softwareentwicklung und Prototypenbau.
Da die Mittel im Digitalministerium begrenzt sind, wurde früh über alternative Fördermöglichkeiten gesprochen. Besonders die sogenannten Fraktionsinitiativen des Bayerischen Landtags boten hier eine vielversprechende Perspektive.
Umso erfreulicher ist es nun, dass die Idee eines FabLabs für die Region eine Anschubfinanzierung von insgesamt 200.000 Euro erhält. Die Förderung setzt sich aus 150.000 Euro der Fraktion der Freien Wähler sowie 50.000 Euro mit Unterstützung der CSU und des Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko zusammen, der sich vor Ort bereits mehrfach ein Bild von der Arbeit der KreativWerkstatt machte.
„Diese Förderung ist ein wichtiger Meilenstein für unser Projekt“, erklärt Paul Graf, Vorsitzender der KreativWerkstatt Ried. „Sie zeigt, dass die Idee eines offenen Innovationsraums für das Wittelsbacher Land breite Unterstützung findet. Damit können wir die nächsten Schritte für ein FabLab in unserer Region vorbereiten.“
Besonders wichtig für das Projekt ist auch die Unterstützung durch die Gemeinde Ried. Bürgermeister Erwin Gerstlacher sowie der Gemeinderat stehen hinter der Idee eines regionalen Innovationsraums und begleiten die Entwicklung des Projekts von Beginn an.
Das Projekt wird in enger Partnerschaft mit der Gemeinde Ried weiterentwickelt. Die KreativWerkstatt bleibt dabei Ideengeber und Motor des Vorhabens und bringt ihre Erfahrung, ihr Netzwerk sowie die inhaltliche Konzeption in die weitere Entwicklung des FabLabs ein. Auch die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten der KreativWerkstatt spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung.
Parallel arbeitet die KreativWerkstatt daran, das geplante FabLab Wittelsbacher Land auch im LEADER-Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus zu platzieren. Aufgrund der starken regionalen Wirkung für Bildung, Innovation und Nachwuchsförderung rechnet sich das Projekt auch hier gute Chancen auf weitere Unterstützung aus.

Wie praxisnah solche Technologien bereits heute eingesetzt werden können, zeigte die KreativWerkstatt unter anderem beim „Mensch und KI“-Tag des Wittelsbacher Land Vereins in Aichach. Dort wurden verschiedene Anwendungen vorgestellt – vom Fahrrad mit Kamerasystem, das automatisch Straßenschäden erkennt und in einer digitalen Karte markiert, bis hin zu einem 3D-Avatar auf einer Informationssäule, mit dem sich Besucher in natürlicher Sprache über die Highlights im Wittelsbacher Land unterhalten konnten.
Das geplante FabLab Wittelsbacher Land soll künftig eine Brutstätte für neue innovative Ideen werden. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen den Weg von der ersten Idee über den Prototyp bis hin zu einem funktionierenden Produkt gehen können – offen für Jugendliche, Tüftler, Start-ups und Unternehmen aus der gesamten Region.
An der Entwicklung des Projekts wird bereits seit mehr als einem Jahr intensiv gearbeitet. In dieser Zeit gab es zahlreiche Gespräche und Abstimmungen mit Bürgermeistern, Organisationen und Partnern aus der gesamten Region – von Augsburg über Dachau bis in den Raum Landsberg.
Mit der nun zugesagten Anschubfinanzierung stehen erstmals konkrete Mittel zur Verfügung, um die Idee eines FabLabs für das Wittelsbacher Land weiter voranzubringen und einen wichtigen Grundstein für einen regionalen Innovations- und Lernort für alle zu legen.

